Startseite/Index  

Ligurien

 Lago Maggiore

Usedom

Island 2011

 

über mich

Bildergalerie

 Dagys Reisebilder

 

 

Irland

Juni 1996

Unterwegs mit dem Hausboot

 

Wir - das sind vier Freunde, zwei Mädels und zwei Jungs - haben uns in den Kopf gesetzt,  unseren Urlaub auf einem Hausboot zu verbringen. Schnell haben wir als Reiseziel Nord-Irland auserkoren. In ganz Irland benötigt man auf Binnengewässern keinen Bootsführerschein und auch die Anzahl der Schleusen sind im County Fermanagh überschaubar. Jetzt noch das geeignete Boot für uns gebucht, und los kann es gehen.

Am 8. Juni ist es dann soweit, vier Möchtegernkapitäne machen sich auf nach Hamburg, um in den Flieger nach Knock zu steigen. Der startet dann auch mit vier Stunden Verspätung wegen einem technischen Defekt, was den Valiumhaushalt gegen B`s Flugangst schon mal schrumpfen lässt.

In Knock, internationaler Flughafen, klein und mitten in der Pampa, geht es schon lustig los. Meine eine Reisetasche ist nicht mitgekommen. Während wir uns um die Formalitäten kümmern, wartet draußen ein kleiner Bus, was wir erst mal gar nicht mitbekommen. Der hektische Mann der hier rumläuft ist der Busfahrer, und er sucht genau uns.

Dann sitzen auch wir endlich im Bus, der uns zu unserem Ziel bringt. Nach Lisnarick,

wo wir unser Boot in Empfang nehmen. Das Wetter ist ziemlich rau und wir entscheiden, die Nacht hier zu verbringen. Zunächst lassen wir uns die Technik des Bootes erklären (dauert 15. Min.), und teilen dann die Kabinen auf. Jedes Paar hat eine Kabine und eine eigene Nasszelle. In der Mitte befindet sich der Koch- und Wohnbereich. Da wir Anfänger sind bekommen wir von Mickey morgen eine Einweisungsfahrt.

1. Tag Ankunft - Hier sind wir nun

 

County Fermanagh, Nordirland,
am östlichen Ufer des Lower Lough Erne.


Wir werden den River Erne in beide Richtungen befahren und die Sehenswürdigkeiten an seinen Ufern kennenlernen.

"Lough Erne" besteht aus zwei Seen im Flussgebiet des Erne, die überwiegend zum britischen Nordirland gehören (Upper Lough Erne und Lower Lough Erne). Hauptort der Grafschaft ist die auf einer Insel zwischen beiden Seen liegende Stadt Enniskillen. Hier befindet sich die einzige Schleuse, ansonsten sind beide Teile des Sees durchgehend befahrbar.

 

2. Tag - Lisnarick bis Enniskillen

zurück zur Übersicht

 

Lisnarick


 


Unser erstes Frühstück ist noch kläglich und besteht aus den per Fax vorbestellten Lebensmitteln. Im Verlauf unserer Reise werden wir Berge verputzen. Unsere Einkaufsfreudigkeit und die frische Luft werden das bewirken.

Es geht los: Das Wetter ist nicht besser geworden. Mickey lässt jeden von uns eine Minute ans Ruder. Das war's. Bei stürmischen Wetter sind wir auf uns gestellt. Jetzt ein paar mal um eine Insel herum, dabei die Seekarte deuten, damit wir überhaupt wissen, wo es hingehen soll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inishmacsaint


Auf der Insel findet man ein interessantes frühirisches Hochkreuz, das sich der Legende nach zu Ostern zum Sonnenaufgang drei mal um die eigene Achse dreht, sowie das Fundament einer Kirchenruine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inishmacsaint


 

 


Potora Schleuse bei Enniskillen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Potora Schleuse


 

 

Enniskillen


Am Ende des ersten Tages schleichen vier nasse Katzen durch Enniskillen, auf der Suche nach einem Restaurant, das auch auf Empfehlung eines Passanten gefunden wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Tag - Enniskillen


Enniskillen liegt auf einer Insel und ist der Verwaltungssitz des County Fermanagh. Dies Insel trennt die beiden Teile des Lough Erne.

Der Vormittag wird mit Einkaufen verbracht, der Nachmittag mit einem Spaziergang und der Abend im Pub. In Enniskillen werden wir übrigens noch zwei mal anlanden.

 

 

 

irland_19_enniskillen 009.jpg (86307 Byte)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enniskillen


 

 

4. Tag - Enniskillen bis Carrybridge


Das Wetter bleibt uns hold. Und so tuckern wir langsam den Erne entlang Richtung Carrybridge. Als Kapitän und Steuermann bietet sich mein T-Bär an, während der Rest der Mannschaft auf der faulen Haut liegend, die Sonne und die vorbeiziehende Landschaft genießt. Gut für unseren Käpt`n, das unser Boot einen Außenruderstand hat.

 

 

 

 

 

 

 

 Carrybridge, eine nette kleine Marina. Hier bleiben wir über Nacht.

 

5. Tag - Carrybridge bis  Tirraroe


Carrybridge


 

 

 

Knockninny
Aussichtspunkt


Eine kleine Wanderung.
Am Aussichtspunkt angekommen
haben wir einen herrlichen Weitblick über die Seenlandschaft und ihre unzähligen Inseln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Übernachtung in  Tirraroe


Knockninny


Tirraroe


 

 

 

6. Tag -  Tirraroe bis Belturbet


Unterwegs


 

 

 

 

 

Crom Castle liegt inmitten eines der wichtigsten Naturreservate Irlands. Hier sieht man Ruinen des alten Castle, Churchton Tower und Crom Church. Ein Schloss aus dem 19 Jahrhundert ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Belturbet ist in Sicht

 

 

 

 

 

Crom Castle


 

 

Belturbet


Belturbet liegt in der "Republik Irland".
Unser erster Weg führt uns auf der Suche nach Duschen über die Erne Bridge, was uns einen kleinen Spaziergang beschert. Dann heißt es, unsere "irischen Pounds" loszuwerden , was uns in diesem reizvollen Städtchen mühelos gelingt, obwohl wir zunächst kein Restaurant finden sollen.  Auf unserem Rundgang kommen wir zu einen etwas erhöhten Platz auf dem drei Kirchen verschiedener Konfessionen stehen. Von hier aus erreichen wir die Hauptstraße mit zum Teil in historischem Zustand belassener Häuser.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Restaurantbesuch scheint nichts zu werden. Wir stehen achselzuckend vor einem extrem teuren Lokal, als uns eine Irin anspricht. Sie empfiehlt uns ein Restaurant außerhalb des Ortes. Während wir noch grübeln,  ob wie und überhaupt, hupt ein Auto neben uns.

Es die nette Irin, die uns in ihr Auto lädt und zu dem Steakhouse kurzerhand hinfährt. Wir bekommen noch die Telefonnummer eines  Taxifahrers. In dem Lokal schaute man uns zwar sehr befremdlich an, einen so weit entfernten Taxifahrer zu ordern.

 

Was für uns aber ein Glücksfall ist, denn wir landen in genau dem richtigen Pub. Der typisch irische Abend mit Livemusik war klasse. Die Musiker waren nicht nur sehr sehr gut, sie haben außerdem hingebungsvoll gespielt, und die fast ausschließlich irischen Besucher aller Altersklassen haben für tolle Stimmung gesorgt. Als dann in der rappelvollen Bude nach dem letzten Ausschank alle aufstanden, um die Nationalhymne zu singen, bekam meine Freundin einen nicht enden wollenden Lachanfall bei der Vorstellung, das wäre auch in unseren Kneipen so üblich.

Man hat es uns aber nicht übel genommen.

 

 

 

Belturbet


 

 

7. und 8. Tag -  Enniskillen - Marble Arch Caves


Bei herrlichstem Wetter  geht es nun retour erneut nach Enniskillen. Diesmal steuern wir einen Anleger an, der unmittelbar bei einem Einkaufscenter liegt. Jetzt können wir uns ordentlich eindecken für die nächsten Tage. 

Unterwegs:

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Enniskillen

 

Marble Arch
Caves


 

 

Marble Arch Caves


Praktisch unser Anleger: die Bushaltestelle ist in der Nähe. Von hier aus nehmen wir den Bus zu den  unterirdischen Gängen der Marble Arch Caves, die zum Teil auch mit Booten befahren werden können, und die wir durch einen kleinen Urwald erreichen.

Zum Abschluss des Ausfluges erklimmen wir noch Sandsteinplateau der Cuilcagh Mountain und werden dafür mit einem herrlichen Fernblick belohnt.

 

 

 

 

 

 

9. Tag -  Enniskillen bis Jetti Caldwell


Schon bald nach Abfahrt haben wir unser erstes Ausflugsziel für heute erreicht.

Devenish Island


In malerischer Landschaft und bei schönem Wetter können wir hier einige historische Bauwerke sehen. Unter anderem einen Rundturm, den man auf Leitern ersteigen kann, und ein Kloster aus dem 6. Jahrhundert. Trotz Wikingerangriffe im 9. und 12. Jahrhundert sind die Überreste der Klosteranlage gut erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Devenish Island


 

 

Tully Castle


Auch Tully Castle können wir wunderbar vom Bootsanleger aus erreichen.

Wir sehen die eindrucksvollen Ruinen einer Hausfestung aus dem Jahr 1610 - 1641.  Im ersten Moment denkt man an eine Burg, es handelt sich hier aber um einen befestigten Familien-Wohnsitz. So ein Gebäude war ummauert von einem so genannten "Bawn" (befestigter Schlosshof), an den Ecken von vier vorstehenden Türmen flankiert, die einem Angriff seitlich und frontal standhalten sollten. Tully Castle war nur 30 Jahre lang bewohnt. Zur Zeit des Ulsteraufstandes, Weinachten 1941, ereignete sich ein  Horrorszenario, wobei alle Bewohner zu Tode kamen. Tully Castle wurde nie wieder aufgebaut.

 

 

 

 

 

 

Tully Castle


 

 

Castle Archdale Country Park


liegt ganz in der Nähe unseres Heimathafens Lisnarick auf der anderen Uferseite des jetzt breiter werdenden Lower Lough Erne und es gilt, einige vorgelagerte Inseln zu umschiffen.

Zu sehen gäbe es hier das "Archdale Manor House", erbaut im Jahre 1773. Nach Besichtigungen ist uns heute aber nicht so zumute. Lieber wandern wir in dem bewaldeten Country Park.

Bevor wir unser Übernachtungsziel ansteuern, legen wir aber erst noch an einer der kleinen Inseln an, denn auch dort gibt es Schönes zu sehen.

 

 

Castle Archdale Country Park


 

 

White Island


In der Wand einer Kirchenruine aus dem 12. Jahrhundert kann man sieben geheimnisvolle Steinfiguren entdecken, deren Bedeutung noch nicht geklärt ist.  Ein romanischer Türbogen, den wir durchschreiten, soll der  einzige vollständig erhaltene in Nordirland sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach diesem wunderschönen ereignisreichen Tag
machen wir nun auf zu unserem Übernachtungsziel
Jetty Caldwell 

 

 

White Island


 

 

10. Tag -  Castle Caldwell  bis Beleek


 

Castle Caldwell


 

Das überwucherte Schloss, von dem nur noch eine Ruine steht, wurde ursprünglich 1612 erbaut und liegt in einem Naturschutzgebiet.

Was für ein idyllisches Plätzchen. Das fordert geradezu noch einen Sparziergang heraus. Der  Weg führt uns zum Waldeingang, einem eingefriedeten Grabmal  und zum "Fiddler Stone", einem Denkmal, das an einen im See ertrunken Fiedler erinnert. Im Abendlicht genießen wir dann einen schönen Blick auf die  Ruine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bei unserem Erkundungsgang am nächsten Morgen stellen wir fest, das wirklich wie bei einem Dornröschenschloss alles überwuchert ist. Etwas zerkratzt kommen wir zur Jetty zurück und nehmen Kurs auf Belleek.  

 

 

 

 

 

 

 

 

Castle Caldwell Forest


 

 

10. und 11. Tag  Belleek


 

Belleek


Ein kleines Grenzstädtchen Nordirland/Republik Irland.

Mit Flohmarkt, Pubbesuch und Livemusik.
Ein beschaulicher freundlicher Ort, trotz ständiger Präsenz von schwerbewaffneter Polizei.

Zu besichtigen gibt es hier Irlands älteste Töpferwerkstatt (1857) am Ufer des Erne. Weiter soll es prähistorische Steingravuren, alte Mönchssiedlungen und Schlösser mit eigenen Plantagen geben. Was haben wir gemacht?

Alle drei Pubs auf der kurzen Hauptstraße besucht, das Cafe, den Supermarkt und einen der Shops mit Lizenz für Alkoholverkauf.  Den Abend haben wir natürlich bei Livemusik verbracht. Es ging hoch her in der Kneipe. Ich glaube jeder anwesende Ire hat hier seinen Beitrag gebracht mit Gesang und wechselnden Instrumenten. War einfach toll. Ein paar Schnäpse haben auch unserer Stimmung enorm gehoben.
Auf jeden Fall wurde es die ganze Nacht nicht richtig dunkel, Mittsommer halt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Belleek


 

 

 

12.  Tag - noch einmal nach Enniskillen


 

Der Urlaub neigt sich langsam dem Ende zu. Für heute haben wir eine letzte Wanderung zu einem Aussichtpunkt geplant. Drei von Vier machen sich auf den Weg. Ich bleibe auf dem Boot zurück. Schicksalswink würde ich sagen. Während ich so schön sonnenbade, beschleicht mich das Gefühl, als würde sich der Steg von mir entfernen. Nein, das ist keine optische Täuschung. Tatsächlich, es haben sich die Leinen gelöst. Ich nehme meinen ganzen Mut zusammen und mache einen riesigen Sprung vom Boot, um die Leinen wieder festzumachen. Alles andere wäre auch fatal gewesen, denn davon abgesehen, dass ich noch nie ein Anlegemanöver gemacht habe, steckt der Zündschlüssel in T-Bärs Hosentasche.

Eigentlich wollten wir hier heute übernachten, aber wir entscheiden uns dafür, in Enniskillen noch mal lecker Essen zu gehen.

Der letzte Tag dann in Lisnarick wird mit Fahrrad fahren, Boot putzen, Koffer packen und Resteessen verbracht.

 

 

 

 

 

             

 

Ahoi

 

 


Zurück zur Übersicht  

© März 2011


 

 

 

 

 Startseite/Index  

Ligurien

 Lago Maggiore

Usedom

Island 2011

 

über mich

Bildergalerie